Time-in vs. Time-out: Was ist ein Time-in

Time-in vs. Time-out: Was ist ein Time-in

Wenn du Eltern, Betreuer oder Lehrer bist, hast du wahrscheinlich schon von Auszeiten (Time-out) gehört. Eine Auszeit ist eine gängige Methode zur Verhaltensänderung bei Kindern, die allgemein als „sanfte“ Alternative zur körperlichen Bestrafung gilt.

Dies spricht Eltern an, die versuchen, einige der traditionellen Erziehungspraktiken zu vermeiden, mit denen viele von uns aufgewachsen sind. Oberflächentief sind sie eine sinnvolle Alternative für Eltern, die eine sanfte Erziehung praktizieren möchten.

Aber sind Auszeiten wirklich sanft? Wäre ein Time-in nicht sanfter und effektiver, um Kindern dabei zu helfen, die emotionale Intelligenz zu entwickeln, die sie brauchen, um ihre Emotionen zu erkennen und sich angemessen auszudrücken?

Lasst uns einen tieferen Blick auf die gängige Praxis von Auszeiten werfen und die Frage beantworten: „Was ist eine Auszeit?“

Was sind Auszeiten und warum sollten wir sie nicht nutzen?

Eine Auszeit wird oft eingeführt, wenn ein Kind unerwünschtes Verhalten zeigt, wie etwas zu werfen oder zu schlagen, und aus der Situation entfernt wird, um isoliert zu werden.

Viele Eltern, die diese Methode anwenden, haben dafür eine Auszeitecke oder einen „bösen Stuhl“. Als Faustregel für Auszeiten gilt, dass ein Kind pro Lebensjahr eine Minute Auszeit bekommen soll.

Auszeiten sind eine Form der „Bestrafung durch Entfernung“ und werden manchmal von Kinderärzten zur Verhaltensänderung empfohlen.

Also, was ist das Problem mit Time-outs?

Wenn ein Kind durchdreht, wie zum Beispiel beim Werfen oder Schlagen, tut es dies, weil es sich gestresst fühlt und eine Anleitung braucht, um seine Gefühle zu identifizieren und sie auf produktive Weise auszudrücken.

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Das Kind wird aus einer liebevollen, angenehmen Umgebung entfernt und während eines stressigen Moments isoliert. Anstatt Hilfe in der Situation zu bekommen, werden sie bestraft.

Time-in Vs. Time-out Was Ist Ein Time-in

Eltern neigen dazu, davon auszugehen, dass kleine Kinder die Kontrolle über ihr Verhalten haben und dass, wenn es auftritt, es zielgerichtet und böswillig agiert.

Das Gehirn von kleinen Kindern funktioniert jedoch nicht auf diese Weise. Es dauert Jahrzehnte, bis sich unser Gehirn vollständig entwickelt hat, und in der Zwischenzeit fehlt die Impulskontrolle.

Einfach gesagt, Kleinkinder und sehr junge Kinder sind nicht in der Lage, konsequent logisch zu denken. Ohne logisches Denken entsteht unlogisches Verhalten.

Während Auszeiten Kindern durchaus beibringen können, dass bestimmte Handlungen nicht in Ordnung sind, ist die Methode des Aufmerksamkeitsentzugs als Konsequenz problematisch.

Auszeiten sind eine Form von Angst und schambasierter Bestrafung. Auszeiten dienen nur der Bestrafung und geben Kindern nicht die Werkzeuge, die sie brauchen, um sich auf lange Sicht besser auszudrücken.

Auszeiten tragen nicht nur nicht zur Entwicklung von Selbstregulation und Selbstdisziplin bei, sondern haben sich auch als langfristig wirkungslos erwiesen.

Es gibt jedoch eine bessere Alternative. Lasst uns herausfinden, was ein Time-In ist.

Was ist ein Time-In?

Eine Technik, die häufig in Montessori-Schulen verwendet wird, wird „Time-in“ genannt.

Also, was ist ein Time-In?

Time-Ins sind Time-Outs eigentlich ziemlich ähnlich. Sie bieten dem Kind eine Pause von der Aktivität, damit es sich ausdrücken und beruhigen kann.

Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen einem Time-out und einem Time-In: Die Anwesenheit und Anleitung einer verantwortlichen Person.

Kinder, die durchdrehen, reagieren auf Stress, den sie nicht identifizieren und/oder kommunizieren können. Das Zurückziehen unserer Anwesenheit und unseres Komforts erhöht nur ihren Stresspegel.

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Eine Bezugsperson zu haben, die sich mit dem Kind koreguliert, seinen Gefühlen Ausdruck verleiht, Trost spendet und Hinweise zu alternativen Ausdrucksmöglichkeiten gibt, macht Auszeiten zu einem besseren „langen Spiel“ für Eltern.

Wie führe ich ein Time-in durch?

Ruhebereiche oder ausgewiesene ruhige Bereiche in deinem Haus/Spielbereich eignen sich hervorragend für Time-Ins, Time-Ins können jedoch überall durchgeführt werden, auch wenn ihr unterwegs seid.

So führst du ein Time-In durch:

  • Entferne das Kind aus der Stresssituation.
  • Begleite es in eine ruhigere Gegend oder an einen bestimmten Platz in deinem Zuhause.
  • Biete Trost, bis es ruhig genug ist, um mit dir zu kommunizieren, oder bis du mit ihm kommunizieren kannst, wenn das Kind nicht spricht.
  • Gebe seinen Emotionen Ausdruck, indem du Sätze verwendest wie: „Ich sehe, du bist frustriert, dass dein Blockturm heruntergefallen ist.“
  • Zeige Empathie und biete alternative Ideen für den Umgang mit den Emotionen an. Beispiel: „Ich bin manchmal auch frustriert. Was können wir tun, außer mit Blöcken zu werfen, wenn wir frustriert sind? Lass uns versuchen, tief durchzuatmen und bis 5 zu zählen, um zu sehen, ob das hilft.“
  • Übe die Wortwahl und neue Techniken mit deinem Kind.
  • Nehmt wieder an der Aktivität teil, wenn dein Kind weitermachen möchte.

Time-ins sind eine einfache, sanfte Art der Verhaltensänderung, die im Laufe der Zeit die emotionale Intelligenz deines Kindes verbessern wird. Es ist eine langfristige Strategie, im Gegensatz zu einer Bestrafung. Erwarte also nicht die unmittelbaren Ergebnisse einer auf Angst basierenden Bestrafung.

Die Anwendung positiver Disziplin in deiner Erziehung kann den allgemeinen Stresspegel deines Zuhauses entscheidend beeinflussen.