So erziehen Gaslighting Eltern
Gaslighting ist eine manipulative Taktik, bei der die Wahrnehmung einer Person absichtlich verzerrt wird, sodass sie an ihrem eigenen Verstand zweifelt.
Wenn Eltern Gaslighting verwenden, um ihre Kinder zu erziehen, geschieht dies oft schleichend und auf subtile Weise. Anfänglich kann es sich wie eine harmlose Korrektur oder ein gut gemeinter Hinweis anfühlen, doch im Laufe der Zeit beginnt das Kind zu glauben, dass seine Gedanken und Gefühle nicht wahr oder sogar falsch sind.
Gaslighting Eltern setzen oft Techniken wie das Leugnen von Ereignissen, das Umkehren von Schuld und das Minimieren der Gefühle ihrer Kinder ein. Sie nutzen die verletzliche Beziehung zwischen Eltern und Kind, um ihre Macht zu sichern und das Kind emotional zu destabilisieren.
Durch ständige Manipulation wird das Selbstvertrauen des Kindes untergraben, und es entsteht das Gefühl, nie „genug“ zu sein – egal wie sehr es sich bemüht.
Wie entsteht diese Art der Erziehung?
Gaslighting ist häufig das Ergebnis tieferer psychologischer Probleme bei den Eltern, die selbst mit Unsicherheiten oder unverarbeiteten emotionalen Wunden kämpfen.
In vielen Fällen ist es ein unbewusster, aber dennoch schädlicher Prozess, der tiefgreifende Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Entwicklung des Kindes hat.
Eltern werden oft unbewusst zu Gaslightern, wenn Stress, Erschöpfung und der Drang nach Kontrolle ihre Reaktionen beeinflussen
Eltern, die ihren Kindern helfen oder das Leben für sie erleichtern wollen, können manipulative Taktiken anwenden, die zwar zunächst gut gemeint erscheinen, aber das Vertrauen des Kindes in seine eigene Wahrnehmung und Gefühle untergraben.
Hier sind einige Wege, wie Eltern unbewusst zu Gaslightern werden können:
Gefühle des Kindes leugnen: Eltern, die ihrem Kind Trost spenden wollen, könnten sagen: „Hör auf zu weinen, das ist nichts“ oder „Du musst keine Angst haben“. Obwohl die Absicht in der Regel ist, das Kind zu beruhigen, wird hier das Gefühl des Kindes negiert, was dazu führen kann, dass es an seinen eigenen Gefühlen zweifelt.
Das Problem des Kindes minimieren: Ein Elternteil könnte sagen: „Das ist kein großes Ding, du übertreibst.“ Hier wird das emotionale Erleben des Kindes minimiert, was dazu führen kann, dass das Kind seine eigenen Reaktionen in Frage stellt und sich nicht validiert fühlt.
Ständiges Vergleichen mit anderen: „Schau dir X an, warum kannst du das nicht?“ Solche Vergleiche können das Selbstvertrauen des Kindes untergraben, weil es die Botschaft erhält, dass seine Gefühle und Fähigkeiten nicht genug sind.
Manipulation oder Drohungen: „Wenn du weiter weinst, fahre ich nicht mit dir einkaufen.“ Obwohl dies vielleicht nicht absichtlich manipulativ gemeint ist, setzt dieser Ansatz emotionalen Druck auf das Kind und lehrt es, dass sein Wert davon abhängt, wie ruhig und folgsam es ist.
Leugnung der eigenen Verantwortung: Wenn das Kind auf etwas hinweist, das der Elternteil nicht getan oder versprochen hat, könnte der Elternteil sagen: „Das ist nicht passiert, du hast dir das ausgedacht.“ Dies negiert die Realität des Kindes und sorgt dafür, dass es an seinen eigenen Wahrnehmungen zweifelt.
Übermäßige Kontrolle und das Unterdrücken von Initiative: „Du weißt nicht, was das Beste für dich ist, ich werde für dich entscheiden.“ Dieser Ansatz führt dazu, dass das Kind sein Vertrauen in seine eigene Entscheidungsfähigkeit verliert und sich immer weniger auf seine eigenen Gefühle und Meinungen verlassen kann.
Wie kann man aufhören, seine Kinder zu gaslighten?
Wenn Eltern erkennen, dass sie ihre Kinder gaslighten, ist der nächste Schritt, die bestehenden Verhaltensmuster zu reflektieren und in gesündere Kommunikationsweisen umzuwandeln.
Hier sind einige praktische Schritte, um übliche gaslighting-Begriffe in respektvolle, unterstützende Sätze zu ändern:
Anerkennung der Gefühle des Kindes
Gaslighting: „Stell dich nicht so an, es ist doch nichts passiert!“
Besser: „Ich sehe, dass dir das wehgetan hat. Möchtest du mir erzählen, was passiert ist?“
Warum: Indem du die Gefühle deines Kindes anerkennst, gibst du ihm Raum, sich sicher und gehört zu fühlen.
Validierung der Wahrnehmung des Kindes
Gaslighting: „Du übertreibst! Es war doch nicht so schlimm.“
Besser: „Ich verstehe, dass du es als schlimm empfindest. Es ist okay, solche Gefühle zu haben.“
Warum: Kinder müssen lernen, dass ihre Wahrnehmungen und Gefühle legitim sind. Dies fördert ihr Selbstbewusstsein und Vertrauen.
Ermutigung statt Abwertung
Gaslighting: „Du bist faul, du kannst das schaffen, wenn du willst.“
Besser: „Es scheint, dass du Schwierigkeiten hast, aber ich weiß, dass du es versuchen kannst. Wie können wir zusammen eine Lösung finden?“
Warum: Anstatt das Kind zu beschuldigen oder abzuwerten, fördert eine ermutigende Haltung die Zusammenarbeit und zeigt dem Kind, dass Fehler ein natürlicher Teil des Lernprozesses sind.
Förderung eines respektvollen Dialogs
Gaslighting: „Ich weiß es besser als du. Du verstehst das noch nicht.“
Besser: „Ich verstehe, dass du es anders siehst, lass uns darüber reden und einen Kompromiss finden.“
Warum: Ein respektvoller Dialog stärkt das Vertrauen und ermöglicht es dem Kind, sich sicher zu fühlen, seine Meinung zu äußern, ohne Angst vor Verurteilung.
Verantwortung für Fehler übernehmen
Gaslighting: „Das war nicht mein Fehler, du hast es falsch verstanden.“
Besser: „Es tut mir leid, wenn ich dich durcheinandergebracht habe. Lass uns gemeinsam schauen, wie wir das besser machen können.“
Warum: Indem du Verantwortung für deine Fehler übernimmst, zeigst du dem Kind, dass Fehler menschlich sind und man aus ihnen lernen kann.
Förderung von Eigenständigkeit
Gaslighting: „Du kannst das nicht alleine, du bist noch zu jung.“
Besser: „Ich glaube an dich und unterstütze dich dabei, es selbst zu versuchen. Wenn du Hilfe brauchst, bin ich da.“
Warum: Kindern die Möglichkeit zu geben, selbstständig zu handeln und zu lernen, stärkt ihr Selbstvertrauen und fördert ihre Entwicklung.
Vermeidung von Verleugnung der Realität des Kindes
Gaslighting: „Du hast das doch nicht wirklich gehört, du bildest dir das ein.“
Besser: „Es tut mir leid, wenn das so rüberkam. Erzähl mir bitte mehr darüber, was du gehört hast.“
Warum: Das Akzeptieren und Validieren der Wahrnehmung des Kindes verhindert, dass es an sich selbst zweifelt, und hilft, seine Sichtweise zu verstehen.
Konstruktives Feedback
Gaslighting: „Warum kannst du nie etwas richtig machen?“
Besser: „Ich sehe, dass du dein Bestes gibst, aber lass uns zusammen schauen, wie wir es beim nächsten Mal besser machen können.“
Warum: Konstruktives Feedback zeigt dem Kind, dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen, solange es bereit ist, zu lernen und zu wachsen.
Förderung von emotionaler Intelligenz
Gaslighting: „Du hast keinen Grund, traurig zu sein.“
Besser: „Es ist okay, traurig zu sein. Möchtest du mir mehr darüber erzählen, was dich traurig macht?“
Warum: Dies unterstützt das Kind dabei, seine Emotionen zu verstehen und auszudrücken, was für eine gesunde emotionale Entwicklung wichtig ist.
Geduld und Verständnis zeigen
Gaslighting: „Du nervst mich jetzt schon mit deinem Jammern!“
Besser: „Ich verstehe, dass du jetzt frustriert bist. Ich bin da, wenn du darüber reden möchtest.“
Warum: Geduld und Verständnis schaffen eine sichere und unterstützende Umgebung, in der das Kind nicht das Gefühl hat, es sei eine Last.