Goldener Sohn, vergessene Tochter – wie narzisstische Eltern ihre Kinder unterschiedlich behandeln
Für viele Kinder von narzisstischen Eltern ist die Kindheit von einem ständigen Gefühl der Ungerechtigkeit und des Schmerzes geprägt. Während der „goldene Sohn“ als perfektes Kind gefeiert wird, fühlt sich die „vergessene Tochter“ oft unsichtbar und ungeliebt.
Diese ungleiche Behandlung hinterlässt tiefe Wunden, die das Selbstwertgefühl und die emotionale Entwicklung der Kinder über Jahre hinweg beeinflussen können.
Der „goldene Sohn“ wird häufig zu einem idealisierten Abbild des perfekten Kindes, das alle Wünsche und Erwartungen der narzisstischen Eltern erfüllt.
Er wird bewundert, verwöhnt und als Spiegel des eigenen Erfolgs betrachtet. Doch hinter dieser Fassade steckt ein ständiger Druck, sich zu beweisen und die Anerkennung der Eltern zu verdienen – eine Anerkennung, die nie wirklich bedingungslos oder authentisch ist.
Die „vergessene Tochter“ hingegen fühlt sich oft im Schatten des Bruders und der elterlichen Erwartungen zurückgesetzt. Sie bekommt wenig bis keine Aufmerksamkeit und ihre Bedürfnisse, Gefühle und Erfolge werden häufig ignoriert oder abgewertet.
Dies führt zu einem tiefen Gefühl der Unsichtbarkeit und Entwertung, das sie mit in ihr späteres Leben trägt, wodurch ihre Selbstwahrnehmung und Identität stark beeinträchtigt werden.
In dieser toxischen Familiendynamik, in der die Eltern den Wert der Kinder nur danach bemessen, wie gut sie ihren eigenen Erwartungen entsprechen, fehlt es beiden Kindern an echter Unterstützung und bedingungsloser Liebe.
Narzisstische Eltern fördern eine solche ungesunde Beziehung, die die Geschwister einander entfremdet.
Bevorzugung eines Kindes: Narzisstische Eltern neigen dazu, ein Kind als „goldenes Kind“ zu bevorzugen, während das andere vernachlässigt wird.
Diese ungleiche Behandlung fördert Eifersucht und Unsicherheit beim vernachlässigten Kind, was Spannungen zwischen den Geschwistern erzeugt. Das bevorzugte Kind erhält ständig Anerkennung, während das andere sich ungeliebt und unzulänglich fühlt.
Manipulation und Rivalität: Oft setzen narzisstische Eltern manipulative Taktiken ein, um ihre Kinder gegeneinander auszuspielen.
Indem sie sie in Konkurrenz zueinander stellen oder sie gegeneinander aufhetzen, fördern sie gegenseitige Abneigung und Rivalität, was zu einer tiefen Entfremdung führt.
Vernachlässigung und fehlende Unterstützung: Das vernachlässigte Kind erlebt häufig emotionale Kälte und das Fehlen jeglicher Unterstützung, was dazu führt, dass es sich von der familiären Dynamik entfernt.
Diese Isolation kann dazu führen, dass sich eine emotionale Barriere zwischen den Geschwistern bildet, auch wenn sie keine direkten Konflikte haben.
Ungleiche Behandlung und emotionale Distanz: Die ungleiche Behandlung der Geschwister sorgt für ein Gefühl von Unsicherheit und Enttäuschung.
Der bevorzugte Bruder entwickelt möglicherweise ein Gefühl der Überlegenheit, während die vernachlässigte Schwester tiefe Wut und Enttäuschung verspürt.
Diese Diskrepanz in der Behandlung kann eine emotionale Distanz erzeugen, die es beiden Kindern unmöglich macht, eine gesunde und enge Beziehung zu einander und ihren Eltern aufzubauen.
Fehlendes Vertrauen: In einer Familie, in der emotionale Manipulation alltäglich ist, wird das Vertrauen zwischen den Geschwistern oft erschüttert.
Wenn eines der Kinder das Gefühl hat, dass das andere bevorzugt wird, kann es sich verraten und verlassen fühlen. Diese Verletzung des Vertrauens verstärkt die emotionale Kluft zwischen den Geschwistern und erschwert eine gesunde Beziehung.
Selbstwertgefühl und Identität
Der „goldene Sohn“ kann Schwierigkeiten haben, sich von den ständigen Erwartungen der Eltern zu lösen, was seine eigene Identität beeinträchtigt und zu einem ständigen Gefühl des Drucks führt.
Die „vergessene Tochter“ hingegen kann ein tiefes Gefühl der Minderwertigkeit entwickeln und Schwierigkeiten haben, ihren eigenen Wert und ihre Identität zu erkennen.
Beide Kinder wachsen mit einer verzerrten Wahrnehmung ihrer selbst auf, da ihre wahre Identität in der Manipulation und den Erwartungen der Eltern verloren geht.