Kinder folgen unserem Beispiel, nicht unseren Anweisungen

Kinder folgen unserem Beispiel, nicht unseren Anweisungen

Kinder lernen nicht nur durch Worte. Sie lernen durch Beobachtung. Jeden Tag schauen sie uns an und nehmen wahr, wie wir mit anderen Menschen umgehen, wie wir Herausforderungen bewältigen und vor allem, wie wir mit uns selbst sprechen.

Viele Eltern bemühen sich, ihren Kindern Selbstvertrauen, Respekt und emotionale Stärke beizubringen. Doch Kinder orientieren sich weniger an unseren Ratschlägen als an unserem Verhalten. Wenn wir möchten, dass unsere Kinder freundlich mit sich selbst umgehen, müssen wir ihnen zeigen, wie das aussieht.

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Die Beziehung, die wir zu uns selbst haben, wird oft zur Vorlage für die Beziehung, die unsere Kinder später zu sich selbst entwickeln.

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 Wie sprechen wir mit uns selbst?

Kinder hören nicht nur, was wir zu ihnen sagen. Sie hören auch, was wir über uns selbst sagen. Nennen wir uns ständig dumm, unfähig oder peinlich, lernen Kinder, dass Selbstkritik normal ist.

Sagen wir hingegen: „Das war ein Fehler, aber Fehler passieren“, lernen sie Selbstmitgefühl. „Die Stimme, mit der wir heute zu uns sprechen, kann morgen die innere Stimme unseres Kindes werden.“

Erlauben wir uns Pausen?

Viele Erwachsene funktionieren ständig. Sie arbeiten, organisieren, kümmern sich um andere und ignorieren ihre eigenen Bedürfnisse.

Kinder beobachten das.

Wenn sie sehen, dass wir uns bewusst Zeit für eine Tasse Kaffee, einen Spaziergang oder einen ruhigen Moment nehmen, lernen sie, dass Erholung kein Luxus ist.

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Sondern notwendig.

Wie gehen wir mit Stress um?

Wenn wir bei jeder Belastung explodieren oder völlig zusammenbrechen, lernen Kinder einen bestimmten Umgang mit Stress.

Wenn sie erleben, dass wir tief durchatmen, kurz innehalten und nach Lösungen suchen, lernen sie emotionale Stabilität.

Gestehen wir uns Fehler zu?

Niemand ist perfekt.

Die Frage ist nicht, ob wir Fehler machen.

Die Frage ist, wie wir darauf reagieren.

Kinder lernen viel, wenn sie sehen, dass Erwachsene sagen können:

„Das war mein Fehler.“

„Ich habe mich geirrt.“

„Ich werde es beim nächsten Mal besser machen.“

Respektieren wir unsere eigenen Grenzen?

Viele Menschen sagen ständig Ja, obwohl sie Nein meinen.

Kinder beobachten das.

Wenn wir unsere Grenzen respektieren und freundlich, aber klar kommunizieren, lernen Kinder, dass ihre eigenen Grenzen ebenfalls wichtig sind.

Wie reagieren wir auf starke Gefühle?

Wut, Traurigkeit oder Enttäuschung gehören zum Leben.

Kinder lernen nicht durch unsere Worte, wie man mit Gefühlen umgeht.

Sie lernen durch unser Verhalten.

Wenn wir sagen können:

„Ich bin gerade sehr aufgebracht. Ich brauche einen Moment für mich.“

dann zeigen wir ihnen einen gesunden Umgang mit Emotionen.

Geben wir uns selbst Mitgefühl?

Viele Erwachsene behandeln sich selbst härter als jeden anderen Menschen.

Kinder sehen das.

Wenn wir nach einem schwierigen Tag sagen: „Heute war anstrengend. Ich darf müde sein.“

lernen Kinder, dass Selbstfürsorge kein Zeichen von Schwäche ist.

Wie sprechen wir über unser Leben?

Beschweren wir uns ständig? Oder finden wir trotz Schwierigkeiten auch Dinge, für die wir dankbar sind? Kinder lernen dadurch, wie sie später auf die Welt schauen werden.

Nehmen wir uns Zeit für Freude?

Musik hören.

Ein Buch lesen.

Mit Freunden lachen.

Ein Hobby pflegen.

Wenn Kinder sehen, dass Erwachsene sich kleine Momente der Freude erlauben, lernen sie, dass Glück nicht nur aus Leistung besteht.

Zeigen wir, dass Heilung möglich ist?

Jeder Mensch hat schwierige Tage. Kinder müssen nicht glauben, dass Erwachsene immer stark sind. Viel wichtiger ist, dass sie sehen:

Man darf traurig sein.

Man darf überfordert sein.

Man darf Fehler machen.

Und man darf sich wieder erholen.

Fazit

Kinder folgen unserem Beispiel, nicht unseren Anweisungen.

Sie beobachten, wie wir mit uns selbst sprechen, wie wir für uns sorgen, wie wir mit Stress umgehen und wie wir auf unsere eigenen Bedürfnisse achten.

Wenn wir möchten, dass Kinder später liebevoll mit sich selbst umgehen, müssen wir ihnen zeigen, wie das aussieht.

Nicht durch perfekte Worte.

Sondern durch unser tägliches Verhalten.

Denn die wichtigste Botschaft, die Kinder von uns lernen, lautet nicht:

„So sollst du leben.“

Sondern:

„So lebt ein Mensch, der sich selbst respektiert.“