Mütter formen Seelen: Fürsorge, die Mut macht

Mütter formen Seelen Fürsorge, die Mut macht

Bevor ein Kind lesen oder schreiben kann, beginnt bereits seine wichtigste Lebensschule – zu Hause. Dort lernt es nicht nur laufen oder sprechen. Es lernt, wer es ist. Und niemand prägt dieses Bild so sehr wie die Mutter.

Mit jedem Blick, jedem Wort und jeder Umarmung sendet sie Botschaften aus. Manche Kinder wachsen mit dem Gefühl auf: „Ich bin wichtig.“ Andere fragen sich schon früh: „Warum bin ich nicht gut genug?“

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Eine Mutter entscheidet nicht über das gesamte Schicksal ihres Kindes, doch sie beeinflusst maßgeblich, welches Fundament es für sein späteres Leben mitbekommt.

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Kinder brauchen jemanden, der an sie glaubt

Jedes Kind wird im Laufe seiner Kindheit hinfallen – nicht nur beim Laufenlernen, sondern auch im Leben. Es wird Fehler machen, enttäuscht werden und an sich zweifeln.

In diesen Momenten braucht es keinen Menschen, der es kritisiert. Es braucht jemanden, der ihm zeigt, dass ein Fehler nichts über seinen Wert aussagt.

Wenn eine Mutter sagt: „Versuch es noch einmal. Ich weiß, dass du das schaffen kannst.“, schenkt sie ihrem Kind etwas, das kein Geld kaufen kann: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Genau dieses Vertrauen wird später zu Mut.

Überbehütung macht Kinder nicht stark

Aus Liebe möchten viele Mütter ihrem Kind jede Schwierigkeit ersparen. Sie erledigen Hausaufgaben mit ihm, räumen hinter ihm auf oder lösen jedes Problem, bevor das Kind überhaupt selbst darüber nachdenken kann.

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Doch Stärke entsteht nicht dadurch, dass einem alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.

Sie entsteht, wenn ein Kind eigene Erfahrungen machen darf.

Wenn es lernt, nach dem Spielen seine Sachen wegzuräumen.

Wenn es verschüttete Milch selbst aufwischt.

Wenn es den Schulranzen allein packt.

Wenn es kleine Aufgaben übernimmt und merkt: „Ich kann Verantwortung tragen.“

So wächst Schritt für Schritt das Selbstvertrauen.

Fürsorge bedeutet auch loszulassen

Eine liebevolle Mutter erkennt irgendwann, dass ihre Aufgabe nicht darin besteht, ihr Kind für immer festzuhalten.

Sie begleitet.

Sie unterstützt.

Sie erklärt.

Aber sie lässt auch zu, dass ihre Tochter oder ihr Sohn eigene Entscheidungen trifft.

Kinder brauchen das Gefühl, dass ihnen etwas zugetraut wird. Denn nur wer Verantwortung übernehmen darf, entwickelt Selbstständigkeit.

Loslassen bedeutet deshalb nicht, weniger zu lieben.

Loslassen bedeutet, der Entwicklung des Kindes zu vertrauen.

Ein liebevolles Zuhause wird zum sicheren Hafen

Kinder erinnern sich später selten daran, wie teuer ihre Kleidung war oder welches Spielzeug sie besaßen.

Sie erinnern sich daran, wie sie sich zu Hause gefühlt haben.

War dort Ruhe?

Durften sie lachen?

Konnten sie weinen, ohne ausgelacht zu werden?

Wurden sie ernst genommen?

Ein Zuhause voller Liebe gibt Kindern die Sicherheit, auch schwierige Lebensphasen zu bewältigen.

Es wird zu einem inneren Ort, den sie ihr ganzes Leben mit sich tragen.

Die Sprache einer Mutter wird zur Stimme des Kindes

Die Worte einer Mutter verschwinden nicht einfach.

Sie begleiten viele Menschen bis ins Erwachsenenalter.

Wer als Kind oft hörte: „Ich bin stolz auf dich.“, wird sich später eher selbst vertrauen.

Wer dagegen ständig kritisiert oder beschämt wurde, kämpft oft noch viele Jahre später mit Selbstzweifeln.

Deshalb ist Sprache so mächtig.

Sie kann verletzen.

Sie kann entmutigen.

Sie kann aber auch Hoffnung schenken und einen Menschen ein Leben lang tragen.

Mut wächst in kleinen Momenten

Mut entsteht nicht durch große Reden. Er wächst im Alltag.

Wenn eine Mutter ihr Kind nach einem Fehler nicht beschimpft.

Wenn sie zuhört, statt sofort zu urteilen.

Wenn sie ihrem Kind Verantwortung überträgt.

Wenn sie ihm zeigt, dass Liebe nicht von Leistung abhängt.

All diese kleinen Momente formen nach und nach die Persönlichkeit eines Kindes.

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Das größte Vermächtnis einer Mutter

Keine Mutter kann ihrem Kind ein Leben ohne Sorgen schenken.

Aber sie kann ihm etwas mitgeben, das in jeder schwierigen Lebensphase trägt.

Das Gefühl, geliebt zu sein.

Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Die Gewissheit, nach einem Fehler wieder aufstehen zu können.

Und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.

Vielleicht ist genau das die größte Aufgabe einer Mutter: nicht das Leben ihres Kindes zu kontrollieren, sondern einen Menschen großzuziehen, der eines Tages selbstbewusst, mitfühlend und voller Vertrauen seinen eigenen Platz in der Welt findet.

Quellen

John BowlbyA Secure Base: Parent-Child Attachment and Healthy Human Development (Basic Books, 1988)

Daniel J. Siegel & Tina Payne BrysonThe Whole-Brain Child (Bantam Books, 2011)

Gordon Neufeld & Gabor MatéHold On to Your Kids: Why Parents Need to Matter More Than Peers (Vintage Canada, 2004)

Adele Faber & Elaine MazlishHow to Talk So Kids Will Listen & Listen So Kids Will Talk (Scribner, 2012)