Wovor Narzissten tief in ihrem Inneren Angst haben
Viele Menschen fragen sich, warum Narzissten lügen, manipulieren, kontrollieren und andere Menschen verletzen. Warum fällt es ihnen so schwer, Verantwortung zu übernehmen? Warum reagieren sie so heftig auf Kritik? Und warum scheinen sie ständig die Aufmerksamkeit anderer Menschen zu brauchen?
Die Antwort beginnt oft an einem Ort, den kaum jemand zu sehen bekommt.
Tief im Inneren vieler narzisstischer Menschen verbirgt sich nicht die große Stärke, die sie der Welt zeigen. Dort befinden sich häufig alte Wunden, Enttäuschungen, Unsicherheiten und Ängste.
Deshalb verbringen viele Narzissten ihr Leben damit, vor genau den Gefühlen davonzulaufen, die sie am meisten fürchten.
Die größte Angst eines Narzissten ist nicht der Verlust eines Menschen
Viele Betroffene glauben, dass ein Narzisst Angst davor hat, seinen Partner zu verlieren. Doch häufig stimmt das nicht.
Was er wirklich fürchtet, ist der Verlust von Bewunderung, Aufmerksamkeit und Kontrolle. Ein Partner ist für ihn oft nicht nur ein geliebter Mensch, sondern auch eine Quelle von Bestätigung.
- Er braucht Lob.
- Er braucht Zustimmung.
- Er braucht das Gefühl, wichtig zu sein.
Fällt all das weg, gerät das Bild ins Wanken, das er von sich selbst geschaffen hat.
Narzissten haben Angst davor, gewöhnliche Menschen zu sein
Die meisten Menschen möchten akzeptiert werden. Narzissten möchten bewundert werden.
Sie möchten besonders, einzigartig und unersetzlich sein. Deshalb vergleichen sie sich ständig mit anderen Menschen.
Wer erfolgreicher ist, wird zu einer Bedrohung.
Wer glücklicher ist, löst Neid aus.
Wer unabhängiger ist, weckt Unsicherheit.
Denn tief in ihrem Inneren fürchten viele Narzissten, dass sie nicht so außergewöhnlich sind, wie sie es gern wären.
Sie fürchten sich vor Menschen, die sich selbst lieben
Es mag seltsam klingen, doch viele Narzissten fühlen sich von selbstbewussten Menschen angezogen und gleichzeitig von ihnen bedroht.
Der Grund dafür ist einfach. Ein Mensch, der sich selbst kennt, klare Grenzen setzt und seinen eigenen Wert kennt, lässt sich nur schwer kontrollieren.
Er entschuldigt sich nicht ständig.
Er zweifelt nicht an jeder Entscheidung.
Er kämpft nicht verzweifelt um Anerkennung.
Und genau das macht ihn für einen Narzissten unberechenbar.
Narzissten haben Angst vor Stille
Viele Menschen empfinden Ruhe als angenehm. Sie genießen es, allein zu sein, nachzudenken und neue Kraft zu sammeln.
Ein Narzisst erlebt diese Momente oft anders. Stille bedeutet für ihn, dass niemand da ist, der ihn bewundert. Niemand hört ihm zu. Niemand bestätigt ihn.
Niemand lenkt ihn von seinen Gedanken ab. Und genau dann tauchen häufig Gefühle auf, die er so lange verdrängt hat.
Sie fürchten sich davor, ihre Maske zu verlieren
Jeder Mensch zeigt der Außenwelt unterschiedliche Seiten seiner Persönlichkeit. Narzissten treiben dieses Verhalten jedoch oft auf die Spitze.
Sie erschaffen eine Rolle.
Sie präsentieren sich als erfolgreich, stark, klug oder besonders großzügig.
Doch hinter dieser Rolle verbirgt sich häufig ein anderer Mensch. Deshalb reagieren viele Narzissten äußerst empfindlich, wenn jemand ihre Widersprüche erkennt. Denn nichts erschüttert sie mehr als die Angst, entlarvt zu werden.
Sie haben Angst davor, die Kontrolle zu verlieren
Ein Narzisst möchte wissen, was geschieht. Er möchte bestimmen, wie andere Menschen denken. Er möchte Einfluss darauf nehmen, wie sie handeln und fühlen.
Deshalb fällt es ihm schwer, mit Zurückweisung umzugehen. Wenn ein Partner Grenzen setzt, erlebt er das oft als persönlichen Angriff. Wenn ein Kind beginnt, sich von ihm zu lösen, reagiert er möglicherweise mit Wut oder Enttäuschung.
Wenn ein Freund sich zurückzieht, versucht er häufig, die Kontrolle zurückzugewinnen.
Sie fürchten sich davor, nicht geliebt zu werden
Hinter der Fassade von Überlegenheit verbirgt sich oft ein tiefes Gefühl von Unsicherheit. Viele Narzissten haben früh gelernt, dass Liebe an Bedingungen geknüpft ist.
Vielleicht wurden sie nur gelobt, wenn sie erfolgreich waren. Vielleicht mussten sie Erwartungen erfüllen, um Anerkennung zu bekommen.
Vielleicht lernten sie nie, dass sie allein aufgrund ihrer Existenz wertvoll sind. Deshalb verbringen sie später oft ihr ganzes Leben damit, im Außen nach dem zu suchen, was ihnen im Inneren fehlt.
Sie haben Angst vor Menschen, die gehen
Ein Narzisst möchte häufig selbst entscheiden, wann eine Beziehung endet.
Wenn jedoch ein anderer Mensch den Entschluss fasst, sich zu trennen, entsteht etwas, das für ihn nur schwer zu ertragen ist.
Er verliert die Kontrolle.
Er verliert Aufmerksamkeit.
Er verliert Einfluss.
Und manchmal verliert er damit auch einen Teil seines sorgfältig aufgebauten Selbstbildes.
Die größte Tragödie
Vielleicht liegt die größte Tragödie darin, dass viele Narzissten ihr ganzes Leben damit verbringen, vor ihren Ängsten davonzulaufen.
Sie suchen Bewunderung, obwohl sie sich nach Anerkennung sehnen.
Sie suchen Macht, obwohl sie sich nach Sicherheit sehnen.
Sie kontrollieren andere Menschen, weil sie sich selbst nicht kontrollieren können.
Sie bauen Mauern, obwohl sie sich nach Nähe sehnen.
Und gerade deshalb verletzen sie oft genau die Menschen, die ihnen am nächsten stehen. Denn manchmal sind nicht Hass oder Gleichgültigkeit die stärksten Kräfte. Manchmal ist es die Angst.





